Traditioneller Yang Stil vom Ursprungsort Yongnian

Helmuth Pfeffer mit seinem Lehrer, Großmeister

Yang ZhenHe

5. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Meister

Yang JianChao,

6. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 6

SEHNSUCHT NACH DEM DAO

Freitag, 26. August 2005

 

Nach dem morgendlichen Training und dem Frühstück sind wir drei heute einfach mal alleine losgezogen.

Wir besuchen den Tai Chang-Tempel. Sein Eingangstor schmückt ein riesiges Yin-Yang-Symbol in rot und schwarz. Im Tempelinnenhof fällt unser Blick auf eine Wandmalerei mit wunderschönen Drachen-motiven. Die Rückseite dieser freistehenden Mauer zeigt den ehrwürdigen Laotse auf seinem Ochsen reitend.

Wir fühlen uns sehr wohl an diesem Ort. In mir wird es ehrfürchtig und still und ich muss mit den Tränen kämpfen. Hoffentlich kann ich etwas von dieser Stille und inneren Ruhe mit nach Hause nehmen.

Anschließend steigen wir zur Höhle der leuchtenden Gottheit hinab. Von den Außenwänden tropft das Wasser herab und im trockenen Schoß der Erde sitzt eine vergoldete Statue. Überall an den heiligen Plätzen hier sind riesige Weihrauchkessel. Der Duft von Räucherwerk vermischt sich mit dem würzigen Duft von Wald und Erde. 

Helmuth lerne ich als einen sehr spirituellen Menschen kennen.

In jedem Tempel verrichtet er seine Niederwerfungen und ich spüre, dass dies tief aus seinem Innersten kommt. Es berührt mein Herz.

Auf dem Rückweg begegnen wir drei Daoisten. Zwei Männern und einer Frau. Beim gestrigen Abstieg trafen wir sie zum ersten Mal. Heute ist es, als könnten sie in unsere Herzen sehen.

Die Drei strahlen eine tiefe Ruhe und Verbundenheit mit der Natur aus. Hätten unsere Herzen sie nicht gesehen, wären sie wohl unsichtbar geblieben. Diese Begegnung mit den Dreien verstärkt unsere Sehnsucht nach dem Dao.  

 

Zurück am Hotel kaufen wir noch Getränke und Lebensmittel ein, und was mancher von uns eben so braucht und raucht.

Durch die vorhandene Feuchtigkeit hier in den Bergen, gleicht unser Zimmer mittlerweile eher einem Zigeunerlager.

An den Fenstern und selbst über den Lampen hängt unsere Wäsche zum Trocknen. Sind die Lampen an, so trocknen unsere Klamotten etwas schneller. Die Getränke, Schnellsuppengerichte, etc. stehen auf dem Tisch neben dem Fernseher. 

Diverse Utensilien und Kleider belagern das freie Bett im Zimmer.    

Der Unterricht bei Meister Yang ist für mich wie eine Offenbarung. Sein tiefes Verständnis und sein Wissen über die Taiji-Prinzipien überwältigen mich.

Eigentlich wollten wir noch kurz was essen und dann schlafen gehen, aber Helmuth und mich treibt es dann doch nochmal auf die Straße. Wir haben plötzlich Lust auf Marmelade.

Doch Marmelade ist hier beim besten Willen nicht aufzutreiben.

Dafür kaufen wir uns hinten im Ladenbereich spontan zwei tolle Taiji-Schwerter. Mein Schwert hat eine schwarze Scheide und einen schwarzen Griff. Mein Schwert bekommt daher den Namen "Schwarzer Drache" und Helmuths nennen wir entsprechend "Weißer Tiger", wegen der hellen Scheide und dem hellen Griff. Helmuth hat hier nach einigen Tagen nun den Dreh raus und hat verstanden, dass und wie man hier in China feilscht und handelt 

den Preis von ausgeschriebenen dreihundertsechzig Yüan auf glatte zweihundert Yüan herunter.

Zurück auf dem Zimmer schlafen wir zufrieden ein. 

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