Traditioneller Yang Stil vom Ursprungsort Yongnian

Helmuth Pfeffer mit seinem Lehrer, Großmeister

Yang ZhenHe

5. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Meister

Yang JianChao,

6. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 5

ZEHNTAUSEND STUFEN

Donnerstag, 25. August 2005

Fünf Uhr dreißig. Gott sei Dank ist Helmuth aufgewacht, pünktlich mit dem ersten Hahnenschrei. Wir sind wie immer um sechs Uhr mit Meister Yang zum Training verabredet. Jetzt reicht die Zeit gerade noch für einen schnellen Kaffee.

Nach zwei Stunden Training geht es kurz zum Frühstück und dann marschieren wir los in die Berge. Meister Yang hat den höchsten Gipfel für uns ausgesucht. Auf ihm liegt die bekannte Tempel- und Klosteranlage mit der goldenen Halle - Jian Dian.  Doch bis dahin liegen noch siebenhundert Höhenmeter und schlappe zehntausend Stufen vor uns. Der Weg führt vorbei an Tempeln und Höhlen. Wie ein Drache windet er sich den Berg hinauf. 

Die Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach dringen, spielen mit den Stämmen, den Steinen und dem Wasser, das als Bach zu Tale fließt oder unaufhörlich von den Felsen tropft. 

Nach vier Stunden sind wir am Fuß des Gipfels angekommen. Die Tempelanlage erstreckt sich von der Bergstation der Seilbahn, bis zur Bergspitze. Ein riesiger Komplex. Daoistische Mönche huschen durch dunkle Gänge, springen Stufen hinauf und hinunter oder sitzen nur einfach da.

Wir genießen diesen fantastischen Ausblick.  

Wolken ziehen sich im Tal zusammen, nähern sich dem Fuß des Berges wie eine zärtliche Geliebte, schießen dann plötzlich steil nach oben, umhüllen den Fels mit ihrem feuchten Gewand, ziehen sich zurück, um den Blick auf die umliegenden Gipfel und das Tal wieder freizugeben. Frieden erfüllt unsere Herzen !

(Ganz oben im Tempel der goldenen Halle befindet sich eine zwei Meter hohe Statue von Zhenwu, der Gottheit des Wudang Shan.)

Dankbar für dieses Geschenk machen wir uns uns wieder an den Abstieg. Sabini wird einen großen Teil der Strecke, in einer Sänfte den Berg hinauf und auch hinab getragen, da sie ziemliche Knieprobleme hat. Ihre Träger eilen uns weit voraus. Helmuth und ich bewundern diese Männer, die das ganze Jahr, Tag ein, Tag aus nichts anders tun, als wildfremde Menschen diesen Berg rauf und runter tragen.

Der Abstieg geht deutlich schneller und dauert nur zwei Stunden. Im Lager der Träger lassen Helmuth und ich es uns nicht nehmen, Sabini ein paar Schritte zu tragen. Unsere Bewunderung für die Träger steigt im selben Moment ins Unermessliche.   

Im Hotel fallen wir erschöpft in die Betten. Auch eine Dusche kann unsere Lebensgeister nicht mehr so recht wecken. Es ist der Hunger, der uns dann doch noch einmal nach draußen treibt. Wir treffen auf Meister Yang und Frau Li. Sie bestellen für uns alle das Essen.

Später laufen wir doch noch mal alle gemeinsam die Taiji-Form. 

Taiji tut einfach immer gut. 

Dann wird es Zeit ins Bett zu gehen und zu schlafen.

Morgen um sechs Uhr beginnt schließlich das Training wieder.

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