Traditioneller Yang Stil vom Ursprungsort Yongnian

Helmuth Pfeffer mit seinem Lehrer, Großmeister

Yang ZhenHe

5. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Meister

Yang JianChao,

6. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 4 

JETZT EINEN KAFFEE

Mittwoch, 24. August 2005

 

Wir haben uns mit Meister Yang um sechs Uhr zum Unterricht verabredet. Na ja, verabredet stimmt nicht ganz. Er sagte gestern Abend "Morgen sechs Uhr Taiji".Da soll einer widersprechen.

Helmuth und ich sind kurz vor sechs Uhr aufgestanden und beide meinten wir, ein Kaffee, das wäre jetzt gut.

Bei unserer nächsten Chinareise kommt garantiert ein Glas Nescafe' mit ins Gepäck. 

Langsam bekomme ich ein Gefühl für Meister Yangs Taiji.

Er geizt nicht mit Informationen und mir wird einiges klarer.

Ich bin froh und dankbar um Helmuths vorhandene Chinesisch-Kenntnisse und seine entsprechende Übersetzung.

 

Nach dem Unterricht geht es zum Frühstück. Vor einem kleinen Hotel sitzen Mutter und Tochter eim Wäschewaschen. In einer Plastikwanne schäumt eine Lauge, die Wäsche wirdmit der Hand gewaschen, mit klarem Wasser ausgespült und verschwindet zum Trocknen. Meister Yang spricht mit der Älteren. Die bringt sofort eine Speisekarte und auf einen Wink von meister Yang folgen wir ihm in den kleinen Gastraum, der gerade mal zwei Tische aufnehmen kann. Die Wäsche weicht jetzt alleine in der Lauge vor sich hin, dafür wird unser Frühstück zubereitet.

Gebratene Auberginen, Tofu in Soße, Eieromelett und Bambussprossen und als Beilage wieder einmal eine ziemlich wässrige Suppe. Die gebratenen Auberginen schmecken dafür köstlich. Wir trinken grünen Tee dazu.

Helmuth und ich sehen uns an und jeder weiß, was der andere sagen will: "Jetzt ein Kaffee, das wäre schön." 

Wir frühstücken und die Wäsche wird aus der Lauge befreit.

 

Danke Zhenwu, die Gottheit des Wudang Shan hat unser Flehen endlich erhört. Die Wolkendecke reißt auf und die Sonne schiebt sich durch die Wolken.

Nicht nur wir, auch die Bergbewohner atmen auf. Seit einem Monat nur Regen. Jetzt findet das Leben wieder draußen statt.

Wir können heute zum ersten Mal den heiligen Bezirk des Wudang Shan betreten. Wir fühlen uns großartig, vor allem, weil Sabini nun auch wieder mit auf den Beinen ist. Das Okubaka hat gewirkt.

Den Göttern des Berges sei gedankt.

Überall wo der schmale Weg rechts und links etwas Platz bietet sind Verkaufsstände mit Räucherwerk für die rieigen Räucherbecken und glücksbringenden roten Bändern für die entsprechend dafür vorgesehenen Ginkobäume, an denen die Bänder bereits in großen Mengen angebracht sind.   

Nach einigem Auf und Ab erreichen wir einen abgelegeneren Tempelbezirk in dem es eine Teestube gibt, in der Tee und Rollbilder angeboten werden. Helmuth und ich setzen uns an einen Tisch, der aus einem Baumstamm besteht, aus dem ein wunderschönes Drachenmotiv herausgearbeitet ist.

Helmuth und ich drehen uns eine Zigarette und bekommen von einem Chinesen Filterzigaretten angeboten. Als Gegengeschenk erhält er von uns unsere Selbstgedrehten, die er mit einem Freund teilt. Welcher von den beiden meinen Tabak erwischt hat, merken wir schnell. Auch Chinesen werden bleich.

Wir probieren mehrere Teesorten und kaufen schließlich jeder zwei Sorten Tee und jeweils ein Rollbild mit Landschaftsmalerei (für unsere Taiji-Schulen zuhause).

Der nächste Tempel, den wir besuchen, ist ziemlich bekannt und klebt wie ein Schwalbennest an der Felswand. Hier wurden auch Szenen aus der Fernsehdokumentation  "Der Meister vom Wudang Shan" gedreht. In der Realität ist jedoch alles noch viel mystischer. Einach herrlich !

In den Wänden und Wäldern zirpen tausende von Grillen. Es ist so laut, dass ich die Vermutung äußere, es müssen Lautersprecher in den Bäumen hängen. Nach intensivem Beobachten des grünen Blätterdaches muss ich eingestehen, die Grillen gehören zum Wudang wie die Mönche und Götter.

Nach vier Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Im Dorf fällt mir auf, dass ich als einziger verdreckte Schuhe und mit Schlamm bespritzte Hosen habe. Meine Begleiter meinen, ich hätte ja auch keine Pfütze und kein Schlammloch ausgelassen. 

Wir gehen noch essen und danach beginnt für Helmuth und mich noch ein dreistündiges Training.

Ich bin anschließend so frustriert, dass ich ganz spontan beschließe heute Abend drei Flaschen Bier zu trinken. Helmuth und ich gehen noch schnell Enkaufen. Ich kaufe doch nur zwei Flaschen Bier.

Plötzlich fragt uns die Verkäuferin " ...Kaffei".

Helmuth und ich liegen uns in den Armen. Danke Zhenwu !

Welch ein schöner Tag !!!

Morgen steigen wir nach dem morgendlichen Training auf einen der Gipfel des Wudang Shan, empor zur goldenen Halle.

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