Traditioneller Yang Stil vom Ursprungsort Yongnian

Helmuth Pfeffer mit seinem Lehrer, Großmeister

Yang ZhenHe

5. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Meister

Yang JianChao,

6. Generation Yang Stil vom Ursprungsort

Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 2 

ZUG FAHREN UND ESSEN

Montag, 22. August 2005

 

Um fünf Uhr dreißig ruft uns Meister Yang über das Haustelefon an. In einer halben Stunde soll unsere erste Unterrichtseinheit beginnen. Wir sagen ab. Sind einfach noch zu müde. Die Anreise und der erste Tag in China fordern ihren Tribut.

Zwei Stunden später sitzen wir beim Frühstück. Wir haben die Auswahl zwischen drei Sorten gedünstetem Gemüse, Tofu, gekochten Eiern, gedämpften Teigballen, die mit Gemüse oder Fleisch gefüllt sind, und einer wässrigen Reissuppe.

Welch eine Auswahl !

Habe jetzt eher Lust auf einen starken Kaffee.

Die Reissuppe ist weder gesalzen, noch irgendwie gewürzt.

Meister Yang meint es gut mit mir und schüttet zwei Esslöffel Zucker in meine Suppe. Unter großer Anstrengung gelingt es mir sie zu essen. Muss mich an das chinesische Frühstück erst noch gewöhnen.

Danach besuchen wir den Beihei-Park. Er ist der erste Park Beijings und etwa eintausend Jahre alt. Der Park ist zu meinem Erstaunen voller Menschen und jeder hat sein eigenes Fitnessprogramm.

Taiji, Qigong, Tanzen, Rückwärtsgehen, Selbstmassage, Singen und Musizieren. Das Zentrum des Parks bildet ein See von Weiden umsäumt. Pavillions und Gebäude verschmelzen mit der Umgebung. Künstliche Hügel, Steine und Felsgruppen tragen zu einem harmonischem Gesamtbild bei. Es ist, als wären sie schon immer hier gewesen. Trotz der vielen Besucher strahlt dieses Stück Erde Ruhe und Frieden aus. Wir lassen uns in historischen Gewändern fotografieren. Prompt bleiben eine Menge Leute stehen.  Nicht nur wir, auch die einheimischen Zuschauer haben ihren Spaß. 

 

Danach zurück ins Hotel, Essen gehen, packen und mit dem Taxi zum Bahnhof. Bin froh, dass ich hier nicht Auto fahren muss. Nur in Bombay war der Verkehr noch chaotischer.

Der Westbahnhof ist ein großer, moderner Bau mit einer riesigen Halle. Unser Zug fährt um siebzehn Uhr. Meister Yang hat uns fünf Plätze im Schlafwagen reserviert. Wir können nicht sofort auf den Bahnsteig. Erst werden die Tickets kontrolliert und etwa dreihundert Fahrgäste vor uns. Die Abfertigung geht wider Erwarten recht schnell. Pünktlich um siebzehn Uhr verlässt der Zug den Bahnhof.

Auf nach Wudang - endlich !

 

Essen ist unwahrscheinlich wichtig für die Chinesen. Kaum beginnt der Zug zu rollen, wird der Inhalt der mitgebrachten Tüten begutachtet. Würste, Obst, Sonnenblumenkerne, Kekse und anderes wird ausgepackt. Völlig zufrieden mit sich und der Welt wird gegessen. In regelmäßigen Abständen schieben Frauen mit Nahrungsmitteln und Getränken gefüllte Wagen durch den Zug, deren Inhalt sie laut anpreisen. Natürlich wird der vorhandene Vorrat sofort aufgestockt.

Meister Yang und Frau Li versuchen unsere Namen den chinesischen Schriftzeichen anzupassen. Frau Li hat eine Eselsgeduld, mir die chinesische Sprache beizubringen. Manche Worte sind für mich Zungenbrecher. Für Gelächter ist auf jeden Fall gesorgt.

Gegen einundzwanzig Uhr steigen wir auf unsere Pritschen. Jeweils drei übereinander. Ruhe kehrt in den Zug ein und ziemlich schnell schlafe ich ein.   

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