Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 13

ABSCHIED VOM URSPRUNGSORT 

Freitag, 2. September 2005

 

Sind um sechs Uhr aufgestanden um zu üben.

Nach dem Frühstück wird gepackt, wir verabschieden uns von Frau Yang und den Töchtern von Meister Yang, die morgens mit ihren Kindern ins Haus gekommen sind und am Abend wieder von ihren Männern abgeholt werden. Chinesische Kinder brauchen keine Windeln. Die Hosen sind aufgeschlitz und die Mütter entwickeln ein Gespür dafür, wann die Kleinen sich entleeren müssen.

 

Vor der Abfahrt werden wir Zeitzeugen chinesischer Verbundenheit und sozialem Verständnis, oder anders ausgedrückt - Tradition.

Wir besuchen die Witwe von Zhai WenZhang, die Frau von Meister Yangs verstorbenem Lehrer. Wir bringen Gastgeschenke mit, die uns Meister Yang vorher noch kurz besorgt hat. Er achtet darauf, dass wir die entsprechend angemessene Form wahren und somit den alten Riten nach unser Gesicht nicht verlieren.

Meister Yang kümmert sich um die Frau seines verstorbenen Lehrers, wie um eine Mutter. Ich glaube, sie nimmt in seinem Leben einen hohen Stellenwert ein. Die alte Dame freut sich über unseren Besuch. Helmuth und ich müssen an den Ehrenplätzen sitzen, wir bekommen Zigaretten angeboten und zu jedem der vielen Fotos an den Wänden und auf dem Tisch gibt es was zu erzählen.

Zhai WenZhang lernte sein Taiji bei Yang ZaoPeng (3. Generation Yang Stil), einem Sohn des Yang BanHou (2. Generation Yang Stil). Für mich ist es unglaublich spannend, etwas über die Geschichte und das Taiji dieses Zweiges der Yang-Familie kennenzulernen.

Nach dem Erinnerungsfoto verabschieden wir uns höflich.         

Auf einer vierspurigen Schnellstraße geht die Fahrt erstmal zurück nach Handan. Trotz Gegenverkehr wir d auch schon mal auf der Gegenfahrbahn überholt. Hätte ich Nackenhaare, sie würden sich aufstellen. Jeder Ausländer sollte froh sein, hier in China nicht Auto fahren zu dürfen.

Kurz vor zehn Uhr erreichen wir den Busbahnhof. Dort treffen wir auch wieder auf Frau Li. Ich freue mich sehr, sie jetzt schon zu sehen und nicht erst in Beijing (Peking). Sie kauft Unmengen an Getränken und Lebensmitteln für uns ein. Kaum setzt der Bus sich in Bewegung, prompt beginnen alle zu essen, als ob es so verabredet wäre.

Nach gut sechs Stunden Busfahrt und zwei Spielfilmen erreichen wir Beijing. Wir quartieren uns wieder im selben Hotel ein wie ganz am Anfang unserer Reise. Nach dem Abendessen dösen wir auf unseren Betten und reden über unsere gemeinsamen Erlebnisse. Trotz all der wunderbaren Erfahrungen wird es nun auch wieder Zeit um in die Heimat zurückzukehren.

Nach China werde ich bestimmt wieder reisen.  

Ein Land, dem es gelungen ist, seine Kultur über Jahrtausende zu bewahren und in dem die alten Künste wie Dichtkunst, Malerei, Kalligraphie und die Kampfkünste auch heute noch praktiziert und gepflegt werden. Mir erscheint all dies, wie noch vorhandene Güter und Errungenschaften einer einstigen, gewaltigen Hochkultur.

Alle anderen, vergleichbaren Hochkulturen dieser Art scheinen leider nicht mehr auf unserem Planeten zu existieren.      

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