Taiji-China-Reise(bericht) / Kapitel 11

KATZENTECHNIK UND DRACHENSCHLAF

Mittwoch, 31. August 2005

Zehn vor sechs klopft Frau Li an die Tür. Das Training beginnt.

Statt um acht Uhr beenden wir es vierzig Minuten später. 

 

In einer Garküche über der Straße gönnen wir uns ein Frühstück.

Sabini isst so etwas wie ein Milchbrötchen, Helmuth löffelt in einer süßen Reissuppe und ich entscheide mich für eine mit irgendeinem grünen Gemüse gefüllten Pfannkuchen. Frau Li lässt sich eine süße Reissuppe und einen Eierpfannkuchen schmecken.

Da unser Kaffeevorrat zu Ende ist, machen wir uns auf die Suche nach diesem herrlichen Wachmacher. In einem riesigen Kaufhaus werden wir nach längerem suchen fündig. Es gibt einfch alles hier. Dieser chinesische Konsumtempel kann es leicht mit jedem in Deutschland aufnehmen. 

 

Zurück im Hotel, fangen wir sofort an zu dösen.

Wir haben in der Zwischenzeit gelernt, unseren Energielevel zu senken und ihn bei Bedarf auf hundert Prozent hochzufahren.

Wir nennen es "die Katzentechnik".   

Als Frau Li plötzlich, völlig unwerwartet, zwei Mal gegen die Türe klopft und abschließend auch einmal an deren unterem Ende dagegen tritt, sind wir schon in den Schuhen und abmarschbereit.

Meister Yang ist inzwischen wieder zurück aus Guangfu/Yongnian und erzählt irgend etwas von einem "Video".

Wir gehen davon aus, dass wir uns wohl bei einem seiner Schüler ein Taiji-Video ansehen. Ein Mann mit einer riesigen Kamera taucht plötzlich auf und Meister Yang gibt uns unmissverständlich zu verstehen, dass wir uns kein Taiji-Video ansehen, sondern vielmehr ein Taiji-Video von und mit uns aufgenommen wird. Hierzu begeben wir uns in eine entsprechende Parkanlage. Schließlich drehen wir ja auch für einen Lokalsender. Es soll sich offensichtlich rumsprechen, dass sich deutsche Taiji-Großnasen im Yang Stil-Land befinden.

Die gesamten Aufnahmen dauern gute zweieinhalb Stunden und da wir um die Mittagszeit in der prall glühenden Sonne drehen, bei gefühlten 40 Grad, ist uns wohl ein Sonnenbrand sicher. Vielleicht kommen wir an einem Sonnenstich noch vorbei.  

Der Park scheint neu angelegt, mit vielen Bäumen, Wasserläufen und einem weit verzweigtem See, der voller bunter Kois ist, die von den Besuchern gefüttert werden. 

(Persönliche Anmerkung von Helmuth Pfeffer:

hier auf diesem youtube-Video ist ein oben beschriebener Video-Mitschnitt von Frau Yang Li zusehen, wie sie in besagtem Park die von Meister Yang ZhenHe entwickelte 38er Kurzform läuft.

Herr Pedro de Sa hat bei einem Seminar mit Meister Yang ZhenHe, hier bei uns am TAIJI ZENTRUM INGOLSTADT, eine entsprechende DVD mit diesem Taiji-Vortrag von Frau Yang Li erworben - 

und dieses Taiji-Video zu einem späteren Zeitpunkt wohl auf youtube veröffentlicht. Frau Yang Li ist eine langjährige Schülerin von Meister Yang ZhenHe. Trotz des gleichen Familiennamens YANG, sind die beiden jedoch nicht miteinander verwandt, o.ä.)

Nach den Dreharbeiten spendiert Meister Yang allen Beteiligten ein recht üppiges und sehr schmackhaftes Essen.

Zurück im Hotel sagt uns Meister Yang: von halb fünf bis halb sieben Training, dann duschen, packen und um sieben Uhrist Abreise nach Yongnian/Guangfu. Frau Li bleibt einstweilen zurück, wir werden sie später nochmal wieder treffen.    

 

Nach einer fünfzigminütigen Taxifahrt erreichen wir also Yongnian. Dort werden wir von Meister Yangs Frau begrüßt. Sie hat für uns gekocht und wir essen mit großem Appetit, obwohl Sabini und ich mittlerweile Durchfall haben. Nach dem Essen sitzen wir mit Meister Yang im Hof, unterhalten uns und sind froh, uns ein wenig ausruhen zu können.  

Meister Yang ist noch einmal mit dem Fahrrad losgefahren, um uns vertraute Getränke zu kaufen und mir hat er auch noch mein geliebtes, chinesisches Bier mitgebracht.

Vor dem Schlafengehen bringt er uns noch eine Kaffemaschine und Kaffee. Alles noch originalverpackt und scheinbare Mitbringsel oder gutgemeinte Geschenke seiner westlichen Schüler. Er sorgt wirklich rührend für uns.   

Helmuth meint, China, der schlafende Drache, erwacht. Ich teile seine Meinung. Wenn der Drache zum ersten Mal mit dem Schwanz schlägt, wird die Erde erschüttert. Und wenn er brüllt, wird China sein, was es bereits schon vor über zweitausend Jahren war - der Mittelpunkt der Erde. Doch bis dahin haben die Chinesen noch viel zu tun. Umweltverschmutzung, belastete Luft und tote Flüsse sind ein hoher Preis. Nicht nur für China, sondern für unseren gesamten Planeten. Es bleibt zu hoffen, dass das chinesische Volk noch viel umweltbewusster wird und sich seiner Verantwortung stellt.  

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